Was geht uns als Christen und Juristen eine gerechte(re) Weltordnung an?

Auch Wirtschaft und Recht sind von dem Prozess der Globalisierung nicht ausgenommen, was uns zuletzt im Zusammenhang mit der Covid 19-Pandemie allen noch einmal deutlich vor Augen geführt wurde. Nicht nur profitieren wir vom globalen Handel. Auch sind die Regeln für weltweite Wirtschaftsbeziehungen längst Realität im Berufsalltag vieler Juristen geworden: Grenzüberschreitend wirkende Compliance-Regelungen, Produkthaftung in der gesamten Lieferkette und internationales Handelsrecht sind nur einige Beispiele dafür.

Gleichzeitig nehmen Ungleichheit, Sklaverei, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, Armut und Not in vielen Entwicklungsländern zu. Was können wir als Christen und Juristen dazu beitragen, dass Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit in globalen Wirtschafts- und Rechtsbeziehungen gewährleistet werden? Spätestens seit der aktuellen Klimadebatte und der weltumspannenden Covid 19-Pandemie wird uns bewusst: Uns geht die gesamte Welt an – und umgekehrt. Das Thema „internationaler Handel“ und damit verbundene rechtliche, aber auch ethische Fragen spielen im juristischen Diskurs eine wichtige Rolle, wie etwa die aktuelle Diskussion um die Einführung eines Lieferkettengesetzes zeigt.

Auf der Bundestagung wollen wir unter anderem die folgenden Themen behandeln:

  • Internationalisierung des Rechts und der Wirtschaftsbeziehungen: Was bedeutet das für uns als Christen und Juristen?
  • Gibt es einen biblischen Auftrag, als Christen für eine gerechtere Globalisierung einzutreten?
  • Was können wir konkret tun? Wo sind wir gefragt – gerade auch als Christen und Juristen?
  • Globalisierung aus rechtshistorischer Sicht: Der Prozess Jesu zwischen römischem Prozessrecht und der Provinzialverwaltung eines Weltreiches

 

Wir freuen uns sehr, für unser Thema die folgenden Referenten gewonnen zu haben:

Professor Dr. Christoph Paulus, LL.M. (Berkeley), bis zu seiner Emeritierung 2019 ordentlicher Professor für Bürgerliches Recht, Zivilprozess- und Insolvenzrecht sowie Römisches Recht an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Professor Dr. Wolfgang Weiß, Universitätsprofessor für Öffentliches Recht, insbesondere Europa- und Völkerrecht an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer. Besonderer Fokus seiner Arbeit liegt auf deutschem und europäischem Wirtschaftsrecht, europäischem und deutschem Verfassungs- und Verwaltungsrecht, WTO-Recht, UN-Recht.

Monsignore Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer und Vorstandsvorsitzender des Bischöflichen Hilfswerkes MISEREOR e.V.

Dr. Andreas Weiss, Rechtsanwalt und Christ und Jurist aus frühen Netzwerktagen, Vorsitzender des Präsidiums der Menschenrechts-Nichtregierungsorganisation International Justice Mission Deutschland e.V. 

Pfarrerin Dr. Hanne Lamparter, Referentin für Weltökumene am Konfessionskundlichen Institut der EKD und des Evangelischen Bundes